Freitag, 19. Mai 2023, 19:30 Uhr

EN EL AMOR. MIRKOVIC. GODARD. CAGWIN

Sephardische Lieder aus Südosteuropa

Lieder aus Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Griechenland & der Türkei

‹En El Amor» ist eine faszinierende Zusammenarbeit zweier bekannter Jazz-Musiker mit der bosnisch-stämmigen Sängerin Nataša Mirkovic. Das mit dem deutschen Schallplattenpreis in der Kategorie «Grenzgänge» ausgezeichnete Programm beinhaltet traditionelle sephardische Volkslieder, die auch heute noch von den Menschen erinnert und gesungen werden.
Mirkovic läßt sich dabei von ihren ethnischen Wurzeln inspirieren, während die drei Musiker diese Lieder gleichzeitig in einen ganz neuen, experimentellen Kontext stellen.

Michel Godard gilt international als einer der virtuosesten Tubaspieler des Jazz. Er fand im Serpent, einem Vorläufer der Tuba, eine ausdrucksstarke Stimme, die Archaisches und Zeitgenössisches auf einzigartige Weise verbindet. Die reduzierte Besetzung ermöglicht Flexibilität und Interaktion auf höchstem Niveau.

Das besondere Interesse des brillanten Drummers und Perkussionisten Jarrod Cagwin gilt den Musik-Traditionen von Südindien, der Türkei, Syrien, Marokko, Ghana und Mali. Er lehrte von 2010 bis 2014 Perkussion am Staatlichen Konservatorium für Musik in Istanbul, und war von 2005 bis 2010 Dozent an der Ensemble Modern Akademie in Frankfurt. Er spielte u.a. mit Rabih Abou-Khalil, dem Ensemble Modern, Dusko Goykovic, Derya Türkan, Erkan Oğur, Fahir Atakoğlu, Os Musicos do Tejo, Luciano Biondini, Joachim Kühn, The BBC Orchestra, The Macedonian Philharmonic, Tekfen Orchestra, & The Metropolitania Orchestra of Lisbon.

Natasa Mirkovic,Gesang
Michel Godard, Serpent
Jarrod Cagwin Perkussion

Seit ihrer Jugend ist die Sängerin Nataša Mirković von den sephardischen, hierzulande kaum bekannten Liedern aus ihrer Heimat Bosnien-Herzegowina fasziniert und erfüllt sich mit dem neuen Programm EN EL AMOR einen lang gehegten Wunsch. Sie begibt sich mit Arrangements der sephardischen traditionellen Lieder, aber auch mit eigenen Kompositionen auf eine sehr persönliche Reise. Die Balladen, Hochzeitslieder und Romanzen erzählen Alltagsgeschichten, die von Liebe, Vergänglichkeit und Sehnsucht handeln. Nataša Mirković befreit diese Lieder behutsam von jeglichem Pathos, reduziert sie auf das Wesentliche und präsentiert uns Volkslieder von atemberaubender Poesie und Schlichtheit.

Dazu holt sie sich zwei kongeniale Partner ins Boot, beide sind wie sie selbst höchst versiert in verschiedensten Musikwelten und Genres unterwegs und jeder ein Meister seines Instruments:

Michel Godard am Serpent (Vorläufer der Tuba), ein musikalischer Wanderer, der sich mit einem tiefen und breiten Musikverständnis und einer Leichtigkeit zwischen Barockmusik und Jazz bewegt. Mit seinem Spiel erkundet und lotet er immer wieder die eigenen Grenzen aus, schafft neue Klangwelten durch brillante Improvisation, Flexibilität am Instrument und Innovation.

Jarrod Cagwin an orientalischen Perkussionsinstrumenten, ein Meister des Grooves und ein wahrer Magier, ein Künstler, der wie kein Zweiter weltweit in der indischen und orientalischen Perkussion zu Hause ist. Sein musikalischer Geist, Einfachheit im Spiel, Innovationsfreude und ungemeine Präzision am Instrument zeichnen ihn aus. Weltweit ist Jarrod Cagwin für seinen einzigartigen Klang an der Rahmentrommel bekannt.

Inspiriert wurde Nataša Mirković von der Künstlerin und Grande Dame der sephardischen Musik Jagoda Flory aus Sarajevo: als Sängerin, Musikerin, Komponistin, Lehrerin und Musikethnologin, die in die USA auswanderte, sammelte sie nicht nur sephardische Lieder aus ihrer Heimat, sondern zeichnete sie auf, bearbeitete diese neu und publizierte Alben wie z.B. Kantikas Di Mi Nona, Memories of Sarajevo, um sephardisches Liedgut aus Bosnien-Herzegowina so vor dem Vergessen zu bewahren.

Die Geschichte der sephardischen Musik ist eng mit der iberischen Halbinsel verbunden und nahm ihren Ausgang im mittelalterlichen Spanien und Portugal. Das Jahr 1492 bedeutete mit dem Fall Granadas nicht nur das Ende einer jahrhundertelangen interkulturellen Toleranz und beispielhaften friedlichen Koexistenz dreier Weltreligionen, sondern vor allem das Ende der muslimischen Herrschaft und der christlichen Reconquista. Wer unter Muslimen und Juden nicht bereit war zum christlichen Glauben zu konvertieren, wurde von den katholischen Königen Ferdinand II. und Isabella I. laut Alhambra-Edikt des Landes verwiesen. Sephardische Juden mussten flüchten und fanden über die gesamte Mittelmeerregion verstreut von Marokko, über den Balkan, Griechenland, Ägypten, über das osmanische Reich bis nach Jerusalem ein neues Zuhause. Sie nahmen auch ihre Gesangstraditionen mit in die Diaspora, die sephardische Musik nahm in allen Ländern regionale Eigenheiten und Einflüsse auf, so auch in Südosteuropa. (Miriam Schreinzer)

Preise

30.-
Regulär

25.-
Kulturverein

20.-
Ausbildung

Informationen

KONZERTMENU
(und ein Blick in die aktuelle Speisekarte)

Bitte um Reservation

zwei Gänge CHF 48.–
drei Gänge CHF 58.–
vier Gänge CHF 68.–