Sonntag, 15. November 2015, 17:00 Uhr

Die Antrittsrede der Amerikanischen Päpstin.

Monodram von Esther Vilar. Mit M. Meier-Waldstein. Regie: J. Grosskinsky

Was die umstrittene Dramatikerin Esther Vilar in den 80er Jahren als abstrus erscheinende Fiktion für die katholische Kirche im Jahr 2014 entwarf, und womit sie kontroverse Diskussionen entfachte, ist inzwischen teilweise gesellschaftliche Wirklichkeit:  Die gleichgeschlechtliche Ehe und die Abtreibung sind sozusagen staats-gesetzlich abgesegnet. Die  Begrenzung des Papats auf ein menschliches Maß, auf vier Jahre hat der deutsche Benedikt annähernd geschafft … sollte das Schule machen, lösen sich Unfehlbarkeitsanspruch und Zölibat wie von selbst in Luft auf.
Ängstigten diese Szenarien einen Bamberger Kirchenfürsten unlängst derart, dass er das Stück mit Acht und Bann belegen musste? Oder peinigte ihn allein die Vorstellung, dass eine Frau, noch dazu eine amerikanische und zu allem Überfluss demokratisch gewählt, einmal seine Chefin werden könnte?
Anders als in Bamberg ist eine Erörterung dieser Fragen nach der Aufführung des Monodrams  erwünscht.

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der Lebensversicherungsgesellschaft Marks and Oldfield

Der Bischof von Bamberg verkannte Esther Vilars selbstformuliertes Hauptthema: „Die Angst vor der Freiheit – die Sehnsucht, alle persönliche Verantwortung in die Hände eines anderen  zu legen.“ Eine amerikanische Päpstin kann damit nur Gott meinen.
Ist aber ihr Programm der Restauration überkommener Gebote, Verbote, Rituale und Dogmen die seligmachende Lösung?  – und ein Ersatz für den Gott, an den nicht zu glauben sie vorgibt? Verwirrende Thesen stellt Vilars Päpstin zur Debatte. Betreffen sie die katholische Kirche allein oder geht es nicht grundsätzlich um die Autonomie des Menschen und die Sinnhaftigkeit seiner Existenz überhaupt? (Ch. G. Amrhein)

Marguerite Meier-Waldstein – Päpstin – ist Germanistin, Kulturmanagerin, langjährige freiwillige Mitarbeiterin in katholischen Gremien (Kirchen-verwaltung, Seelsorgerat); stellte kürzlich ihre Begabung für die Schauspielerei mit Peter Hacks‘ „Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe“ erfolgreich unter Beweis.

Jutta Grosskinsky- Regie – ist Schauspielerin und Regisseurin. Feste Engagements in Köln, Aachen, Bamberg und Bochum. Leitete 12 Jahre lang die Sommerfestspiele auf Burg Wissem in Troisdorf. Wirkt u.a. als Dozentin in Köln und Bonn.

Dauer: ca. 70 Minuten, ohne Pause

Buchungen, Anfragen und feedbacks gerne an:[email protected]
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Esther Vilar

Informationen

Kollekte zur Deckung der Unkosten.