Sonntag, 09. Juni 2013, 17:00 Uhr

‹The Bear › Oper im Knopfloch

an extravaganza von William Walton, Einakter von Tschechow

„The Bear“ von William Walton und Anton Tschechow ist eine neue Produktion der Oper im Knopfloch Zürich:
Bekannt für ihre Trouvaillen und hautnahen Aufführungen, wagt sie dieses Mal ein spannendes musiktheatralisches Experiment. Der St. Galler Regisseur Matthias Flückiger bringt beides zusammen: Schauspiel trifft klangsinnliche Oper – schauspielernde Sänger werden zu singenden Schauspielern. Der deutsch gesprochene Text und die englisch gesungenen Partien kontrastieren, ergänzen und durchdringen sich auf vielfältige Art. Die Besetzung beschränkt sich auf drei Sänger/Schauspieler: Rosina Zoppi, Michael Raschle und Andreas Pfister. Das Orchester ist reduziert auf Klarinette, Cello, Klavier und Perkussion – eine Fassung, die speziell für die Oper im Knopfloch eingerichtet wurde.
Musikalische Leitung: Charl de Villiers.
Regie: Matthias Flückiger
Rosina Zoppi, Mezzosopran; Michael Raschle, Bariton; Andreas Pfister, Bass; Christian Ledermann, Klarinette; Avraam Donoukaras, Cello; Charl de Villiers, Klavier; Mario Von Holten, Perkussion
Bühnenbild: Simone Baumberger, Kostüme: Kathrin Baumberger, Maske: Marianna Glauser, Technik: Simonetta Altner

Seinen Einakter „Der Bär“ bezeichnete Anton Tschechow selbst als „Scherz“. In dem 1888 uraufgeführten Stück geht es um eine typisch russische Geschichte, in welcher der Bär die Männlichkeit symbolisiert. Die Handlung bringt drei Personen auf die Bühne. Die Witwe und Gutsbesitzerin Popowa gibt sich nicht nur der Erinnerung an ihren verstorbenen Mann hin, wohl wissend, dass er sie zu Lebzeiten nicht nur kräftig betrogen, sondern auch viele Schulden hinterlassen hat. Smirnoff, ein Gläubiger des Verstorbenen, fordert hartnäckig sein Geld zurück. Die Auseinandersetzung zwischen den beiden eskaliert, bis Smirnoff die Witwe
zum Duell herausfordert. Sie geht darauf ein, doch soweit kommt es nicht: Popowas junger Diener Luka hat auch noch ein Wörtchen mitzureden.
Der englische Komponist William Walton (1902-1983) hat aus dieser Vorlage eine Opera buffa gemacht, „an extravaganza“, die 1967 zur Uraufführung gelangte. Waltons geistvolle Kammeroper erinnert an die charmanten und sprühenden Partituren eines Poulenc oder Ibert. Die Musik ist pfiffig, pointiert, rhythmisch vertrackt, schwingt sich mitunter zur ariosen  Kantabilität auf, hat ihre Höhepunkte in den Songs der Protagonisten in allerbester Weill-Manier, aber mit dem Operettencharme von Gilbert & Sullivan. Sie ist reich an klang-malerischen Effekten und Parodien anderer von ihm bewunderter Opernkomponisten wie Rossini, Donizetti und Puccini.

Informationen

Eintritt 
Fr. 30. / 25. / 15. (12-16 Jahre)