Sonntag, 01. April 2012, 17:00 Uhr

‹der fall pilatus›. Theaterstück von Walter Jens

Christoph Günter Amrhein, Pilatus. Regie und Richter: Jutta Grosskinsky

«es gab, unter dem finsteren Himmel erdacht, einen Heilsplan, in dem mir die Rolle des Mörders zukommt.» so resümiert der Angeklagte in diesem Stück.  Der Palmsonntag gibt Anlass, über die historische Figur Pontius Pilatus ohne die weit verbreiteten Vorurteile zu reflektieren.
Der römische Präfekt (Gemälde von  Mattia Preti, 1663) ist nach Judas wohl die umstrittenste Figur der (christlichen) Heilsgeschichte. Walter Jens deckt in seinem Text psychologische Aspekte dieser Person auf und bürstet eingefahrene Denkmuster gegen den Strich.
Jutta Grosskinsky, Schauspielerin und Regisseurin, ist gebürtige Bonnerin. Feste Engagements in Hof, Aachen, Bamberg und Bochum. Sie wirkt u.a. als Dozentin in Köln.
Der Münchner Christoph Günther Amrhein erhielt seine Schauspielausbildung an der Musikhochschule in Hamburg. Später dort Dozent, Engagements in Lübeck und Hamburg. Seit jeher Affinität zu spirituellen Themen wie Inszenierungen von Händels Messias, Brahms Requiem, Bachs Matthäuspassion sowie Johannespassion.

Walter Jens (den der Literaturkritiker Marcel Reich Ranitzki einst als das „ethisch-moralische Sprachrohr der Bundesrepublik Deutschland“ bezeichnete) schrieb in den 70er Jahren drei kleine Theaterstücke über Judas, Petrus und Pilatus, allesamt Plädoyers für die Rehabilitation der sogenannten drei Bösewichter in der Heilshandlung.

„Gelitten unter Pontius Pilatus“: in ihrem Glaubensbekenntnis beschwören viele Christen seine Mitschuld, oder zumindest eine gehörige Portion Mitverantwortung am Kreuzestod Christi.

Fragen nach Schuld, Verantwortung menschlichen Handelns, Recht und Wahrheit sind mehr als kompliziert. Pilatus will es vom Nazarener an jenem Freitag genau wissen: „Was ist Wahrheit“?  Jesus, sonst um kluge Bemerkungen nicht verlegen, antwortet darauf wohlweislich! – nichts. Bei anderer Gelegenheit äußert er aber zu dieser Thematik den tiefgründigsten Gedanken: „Wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein“.
Heute pfeifen es die Spatzen von den (Kirchen-) Dächern, dass der Kreuzestod Jesu und das Heilsgeschehen insgesamt nicht mehr schwarz-weiß gesehen werden sollten. Immerhin verkündet der Richter am Ende des Prozesses gegen den angeklagten Prokurator: „Noch ist der Fall Pilatus nicht zu den Akten gelegt“.
Jutta Grosskinsky
gebürtige Bonnerin, Schauspielerin und Regisseurin.
Feste Engagements: Hof, Aachen, Bamberg und Bochum. 1997 gründete sie das Sommertheater „Festspiele auf Burg Wissem“, das sie bis 2009 leitete. Dort inszenierte sie alljährlich sowohl klassische (u.a. Sommernachtstraum) als auch moderne Stücke(u.a. Misery von Stephen King)
Dozentin an der Schauspielschule „JuniorHouse“ in Köln. Mitbegründerin der „Amuisetten“, die mit Ihrem aktuellen Stück „…eigentlich glücklich“ deutschlandweit tourt.
Christoph G. Amrhein
geboren und aufgewachsen in München. Schauspielausbildung an der Musikhochschule in Hamburg. Mehrjährige Engagements in Lübeck und Hamburg. Nebenbei etliche Jahre an der Lübecker Musikhochschule als Dozent für Phonetik und szenischen Unterricht.
Seit jeher Affinität zu spirituellen Themen  Inzwischen ca. fünfzig Kirchenoperninszenierungen u.a. Cavallieris „Rappresentazione“, Händels „Messias“, Brahms‘ „Requiem“, Bachs Matthäuspassion sowie Johannespassion. Im Dezember 2012 wird in Hannover Bachs Weihnachtsoratorium unter der Regie von C. G. Amrhein szenisch aufgeführt. 

Informationen

Eintritt:
CHF 30.- /25.-/15.- (12-16 Jahre)