Samstag, 31. Dezember 2011, 21:30 Uhr

«Weltformat». Theaterkabarett Birkenmeyer

ein Kabarettkonzert

Weltformat… das sauber definierte Schweizer Weltformat ist für den Rest der Welt nicht verbindlich. Ist das Weltformat nun eine Provinzidee oder ist die Welt nicht ganz auf der Höhe?
Welche Welt wird hier vermessen? Was ist Weltformat überhaupt? Was ist provinziell oder weit ab von der Welt, in der man leben sollte, um jemand zu sein?
Im St. Galler Tagblatt schrieb Martin Preisser zum Auftritt im Kellertheater:
„Virtuoses Kabarett machen viele und sagen doch dasselbe. Anders die Geschwister Birkenmeier, inzwischen zum Quintett angewachsen. Ihr Musik- und Theaterabend in der Kellerbühne ist Zeitkritik vom Feinsten, schonungslos und doch poetisch.“
Es singen und spielen: Sibylle Birkenmeier (Stimme) und Michael Birkenmeier (Klavier und Stimme), Srdjan Vukasinovic (Akkordeon), Annette Birkenmeier (Geige) und Ines Brodbeck (Percussion).
Theaterkabarett Birkenmeier

Projektbeschrieb Weltformat
Sibylle Birkenmeier, Basel | Gesang
Sibylle Birkenmeier wusste schon als Schülerin genau, was sie einmal werden möchte: Krankenschwester und Schauspielerin. Kein Wunder ist sie schliesslich Kabarettistin geworden die perfekte Synthese von beidem. Aber erstmal musste sie etwas «Seriöses» lernen: Primarlehrerin. Eine Ausbildung, die tiefe Einblicke ermöglichte. Ein Beruf allerdings, den sie sofort an den Nagel hängte, um sich an der Folkwangschule in Essen zur Schauspielerin ausbilden zu lassen. Im Nebenfach: Pantomime und Chanson. Nach ein paar Jahren in deutschen Schauspielhäusern (Düsseldorfer Kommödchen bei Lore Lorentz, Staatstheater Kassel usw.) hatte sie genug von der Staatstheater- Routine und machte sich selbstständig, erst mit Solo-Projekten, dann ab 1983 als Kabarett-Duo zusammen mit ihrem Bruder Michael Birkenmeier. Begeistertes Publikum und beste Presse im In- und Ausland begleitete die beiden, in wenigen Jahren erhielt das Duo alle wichtigen Kabarett-Preise wie den Salzburger Stier, die Oltener Tanne und den Deutschen Kleinkunstpreis. «Sie orientieren sich nicht nur vordergründig an den Tagesaktualitäten, sondern unterwandern fantasiereich die Realität und haben durch Ihren Assoziationsreichtum eine eigenständige Kunstform entwickelt. Das Duo besticht durch die Vielfalt der beherrschten Formen.» (Aus der Laudatio des Deutschen Kleinkunstpreises) Ausserdem hatten sie zahlreiche Radio- und TV-Auftritte in der Schweiz, in Österreich und Deutschland. In den letzten 26 Jahren entstanden so über 10 Kabarett-Programme (Dasein im Design, Der Mund ist aufgegangen, Phantom of Europera, Kettenriss ) Dazu 3 Solos. Neben einer kontinuierlichen Erweiterung der musikalischen Ausdrucksformen zusammen mit Michael ist ihr die weltformat. Biografien Ein persönlicher Tonfall 13 Verbindung von Kabarett und Theater, von satyrischem Biss und anspruchsvoller Bühnenarbeit ein stetes Anliegen. So entstanden die Programme immer in Zusammenarbeit mit namhaften Regisseuren: Peter Schweiger, Sebastian Nübling, Paul Steinmann u.a. Ruhe gibt es nicht dieser Titel eines Kabarett-Programms über die Geschwister Klaus und Erika Mann kann durchaus auch als Motto für ihre Arbeit stehen. Nie hat sie ein erfolgreiches Konzept zum Personalstil erhoben und «ausgebaut. Jedes Programm ist eine Neu-Schöpfung, sucht neue Wege. So ist die Veränderung ihr persönlicher Stil geworden. Konstant bleibt: Der Kampf für das Lebendige am Menschen. Geblieben ist auch: Der genaue, unbestechliche Blick, die präzise Sprache, virtuose Musikalität, kurz: anspruchvolles, ausdrucksstarkes Theaterkabarett.
Michael Birkenmeier, Basel | Gesang, Klavier
Die Idole seiner Jugendzeit waren weniger die Rolling Stones oder die Bee Gees, sondern Alfred Rasser und Dinu Lipatti, Hanns Dieter Hüsch, Robert Schumann und Zarah Leander. Einmal, das war sein Traum, wollte er all dies miteinander vereinen. Mit diesem Ziel im Hinterkopf absolvierte er die Klavierausbildung am Konservatorium in Basel und bildete sich am dortigen Studio für Musik und Theater schauspielerisch weiter. Anschliessend ein Jahr intensive Bühnenerfahrung im Ensemble von Roland Rasser im Theater Fauteuil. Daneben korrepetierte er am Basler Konservatorium in der Chansonklasse von Inge Borkh und übernahm schliesslich deren Leitung bis ins Jahr 2005. Nach einem Soloprogramm «Schmerzartikel» (1981 83) machte er sich schon bald zusammen mit seiner Schwester Sibylle als Kabarettist in der Schweiz und im ganzen deutschsprachigen Raum einen Namen. Michael Birkenmeier 14 schreibt Texte und Musik für sämtliche Kabarettprogramme, das heisst, er musiziert mit der Sprache und spricht durch seine Klaviertasten. Er ist bekannt für irrwitzige Wortspiele. Diese sind bei ihm allerdings nicht bloss Witze, sondern oft die einzige Möglichkeit, einen komplexen und erschreckenden Zusammenhang auf einen Schlag deutlich zu machen. Ein ständig wachsendes Arbeitsfeld sind auch die Programme auf Anfrage geworden: Auf einen bestimmten Themenschwerpunkt zugeschnittene Spezialprogramme als kabarettistische Tagungs- und Kongressbegleitung. Vor allem in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Religion, Wirtschaft, Psychologie, Sozialpolitik. Hanns Dieter Hüsch sagte prophetisch bei der Preisverleihung des Deutschen Kleinkunstpreises: «Die beiden werden sehr berühmt werden, aber nie populär! » «Bei all ihren Arbeiten sind die Beiden nie festzulegen auf eine Welle, ein Genre. Immer wieder überraschend neu erscheinen sie bei allem, was sie anpacken und bleiben dennoch sich selber treu. Unverkennbar jedes Mal ihre hohe Qualität beim Spielen, in der Musik, im sprachlichen Witz und in der gedanklichen Kreativität.» (Aus der Laudatio des Deutschen Kleinkunstpreises)
Weitere Informationen: theaterkabarett.ch
Saskia Mees | den Haag | Regie
Saskia Mees ist in Holland als Tochter eines Arztes und einer Geigerin aufgewachsen. Nach Abschluss der Rudolf Steiner Schule und einer Matura besucht sie 1974 die Schauspielschule in Amsterdam und setzt ihre Ausbildung in Deutschland an der Folkwangschule in Essen fort. Sie schliesst diese Zeit mit «cum laude» und dem begehrten Folkwangpreis ab. Der jungen Schauspielerin Saskia Mees steht die deutsche Theaterwelt offen. Sie zieht zurück nach Holland und wird Mutter einer Tochter. Ihre Arbeit als Künstlerin setzt sie jedoch fort. 15 Ihre ausserordentliche Musikalität (Klavier /Gesang) war für sie immer ein Anker und Ausgangspunkt. Sie sucht zeitlebens die Verbindung der Kunstformen Theater, Tanz, Schauspiel und bildende Kunst. Unzählige Arbeiten als Schauspielerin und Regisseurin in der vielfältigen holländischen freien Szene folgen. Auch in grossen etablierten Theatern ist sie Gast, mit eigenen musiktheaterkabarettistischen Programmen ist sie auf Tournee. 1993 entsteht eine Aufsehen erregende Romeo und Julia Inszenierung mit jungen Schauspielern in der Regie von Saskia Mees. 1999 gründet sie das Theater Alba. Ab da inszeniert sie 2 bis 3 Stücke im Jahr mit jungen Künstlern, die so, frisch von ihren Kunsthochschulen kommend, eine praktische Einführung ins professionelle Leben als Künstlerin erhalten. Inzwischen ist Alba auch mit einem ordentlichen Etat ausgestattet worden und zu einem vielbeachteten Ort der lebendigsten Kunstproduktionen geworden. «Alba ist ein Ort, wo Theaterkunst im weitesten Sinne jungem Publikum zugänglich gemacht wird. Hier ist Staunen und Entwaffnung möglich! Die eigene Kreativität wird hier angefacht. Musik durchdringt alles, und dieses musikalische Theater bringt das Publikum, die Schauspieler, die Musiker und Tänzer in Bewegung » Mit Saskia Mees zu arbeiten ist für uns ein Glück, denn sie verkörpert mit ihrer künstlerischen Biografie für uns seit vielen Jahren ein Stück weltformat.
Srdjan Vukasinovic, Serbien / Winterthur | Akkordeon
Srdjan Vukasinovic wurde 1983 in Serbien-Montenegro als Sohn eines Musikerehepaares geboren. Er schlug ebenfalls den Weg seiner Eltern ein und lernte Akkordeon, sein heutiges Hauptinstrument, und Klavier. Mit vierzehn Jahren gewann er seinen ersten Wettbewerb, unzählige Auszeichnungen folgten, darunter der Juniorenweltmeister-Titel 1999 in Spanien. In verschiedenen europäischen Ländern gab er Konzerte und trat im Fernsehen auf. Im Jahr 2001 begann er 16 das Berufsstudium bei Yolanda Schibli Zimmermann an der Musikhochschule Zürich und Winterthur, das er 2006 mit dem Konzertdiplom abschloss. Daneben beschäftigt er sich vertieft mit Improvisation und Volksmusik, was zur Gründung des «Mediteran Duo» und zum musikalischen Zusammenspiel mit Georg Conradin geführt hat. Zur Zeit ist Srdjan Vukasinovic konzertierend in der ganzen Welt unterwegs und unterrichtet am Konservatorium Winterthur. Wir sind glücklich, ihn für dieses Projekt gewonnen zu haben.
Weitere Informationen: meduoteran.com
Annette Birkenmeier, Winterthur | Geige
Annette Birkenmeier 1963 in Basel geboren. Ihre Schulzeit absolvierte sie zuerst von 1970 1980 an der Rudolf-Steiner-Schule in Basel und von 1980 1983 am Gymnasium Oberwil mit Abschluss der Matura. Von 1983 1987 folgte das Musikstudium am Konservatorium in Winterthur mit Abschluss des Lehrdiploms in der Violinklasse von Thomas Füri. Von 1987 1990 studierte sie weiter in der Konzertklasse von Rudolf Koelmann in Winterthur. In dieser Zeit besuchte sie diverse Meisterund Kammermusikkurse in Basel, zum Beispiel bei Walter Levin, Dr. H. Beyerle sowie den Quartettunterricht bei Thomas Demenga. Seit 1986 übt Annette Birkenmeier Ihre Konzerttätigkeit in diversen Orchesterund Kammermusikformationen aus wie zum Beispiel dem Ripieno-Kammerorchester in der Kammerphilharmonie Winterthur, in deren Oktett, im Thurgauer Kammerorchester, in der Camerata Vitodorum, in der Operette Sirnach etc. als Konzertmeisterin, Stimmführerin oder Solistin. Von 1992 1994 war Annette Birkenmeier Mitglied der Mozart-Camerata in Los Angeles und trat in dieser Zeit mit verschiedenen Orchestern als Solistin auf, so etwa mit dem «Grossmont Sinfony Orchestra» und dem «San Diego State Orchestra». 17 Seit 1994 unterrichtet die Geigerin am Konservatorium in Winterthur und leitet die Streicherschulung des Winterthurer Jungendorchesters. Annette Birkenmeier ist seit kurzem auch in Tango- und Salonformationen zu hören, ebenso in diversen Barockensembles wie zum Beispiel dem Schaffhauser Barockensemble oder dem St. Galler Domensemble. Durch ihre rege Konzerttätigkeit hatten wir Gelegenheit, sie in diversen Stilen und Formationen zu hören. Wir dachten sofort: Wenn eine Geigerin in unserem Projekt, dann diese. Zufällig ist sie auch noch unsere Schwester.
Christian Zehnder, Basel | Musikalisches Coaching
Christian Zehnder arbeitet als Schauspielmusiker, als Sänger in verschiedenen Musikformationen (Krah / Stimmhorn) und realisiert musikalische Soloprojekte im Bereich Performance/Bildender Kunst u.a. «Genom Genesis» (Berlin), «Talk with my turntables» (Basel/Berlin/Lausanne), Regelmässige Lehraufträge für Obertongesang, Stimmtechnik/Stimm-Coaching und Chor im In- und Ausland. Zahlreiche Kompositionsaufträge für den Film und das TV/Radio. Er hat beim Theaterkabarett Birkenmeier schon 2006 bei «schillernd» Regie geführt.
Ines Brodbeck, Basel | Percussionistin
Ines Brodbeck, geboren 1981 in Arlesheim. Mit sieben Jahren hatte sie ihren ersten Geigenunterricht. 2001 vertiefte sie ihr Spiel an der Musikakademie Basel bei A.Wijnkoop. Im Herbst 2002 Auslandaufenzhalt in Havanna, Cuba mit Congaunterricht bei A.Mansfarrol, Dozent für Latin Percussion am Instituto Superior de Arte. Seit 2005 studiert Ines Brodbeck an der Musikakademie Basel, Abteilung Jazz, Latin Percussion bei Julio Barreto, Willi Kotoun, Andi Pupato und Malcolm Braff. 18 2007 Mitglied einer achtstündigen Performance am Musikfestival, Rümlingen 2008 Bühnenmusikerin in «wer hat s erfunden» am Theater Basel 2008/09 Bühnenmusikerin in «Ronja Räubertochter» am Theater Basel Bands: «INEZ» / Iridiscence / Monday s Plus / Kaliche / Macsanka
Pressestimmen zum letzten Projekt «Kettenriss»
«Kettenriss» die Aufforderung sich von den hierarchischen Fesseln in der Gesellschaft zu befreien. Und vor allem ist es ein sehr musikalischer Abend, an dem Lied auf Lied folgt.» BAZ
«Ein absoluter Höhepunkt z.B. der Entensong ein Lied, das hitverdächtig ist und inhaltlich, musikalisch und textlich kaum zu übertreffen ist. Man sollte gewisse Worte des Lobes ja nur ganz spärlich gebrauchen, aber dieser Abend ist schlicht sensationell.» BLZ/Mittellandzeitung
«Alle Achtung! Sich 25 Jahre lang mit politischem Theaterkabarett auf den Bühnen zu halten und erfolgreich gegen die Comedy-Welle zu schwimmen will etwas heissen.» Badische Zeitung
«Manche Szenen steigern sich zu literarischen Miniaturen. Es wird scharf geschossen gegen Globalisierer, Bildungspolitiker, gegen kalte Machthaber aller Sorten(…) das Theaterkabarett Birkenmeier, das nach mageren Jahren in einer Kleinkunstnische unversehens den Preis der Goldenen Pflaume bekommt und sich gehörig feiert. Da tritt nicht nur ein Quäntchen, sondern ein ganzes Quantum Selbstironie erheiternd zutage.» Basler Zeitung
«Das ist ein Programm, das anregt, provoziert, amüsiert.(…) Bis zum Schlusssong, in dem kämpferisch und ermutigend ertönt: «Wir werden unsere Löwenzähne zeigen.» Badische Zeitung
Ja, lösen, erkennen und lachen, das sind die Hauptbewegungen dieses Abends voller Poesie, gesungen aus dem Widerstand gegen die Abschaffung des Menschen.

Informationen

Eintritt Nocturne:
Fr. 40. / 35. / 25. (12-16 Jahre)

Nocturne & grosses Dessert-Buffet
und Silvesterglas Champagner:
Fr. 85.

Silvestermenu & Nocturne
leider keine Plätze mehr!
Apéro und Glas Champagner
Fr. 170. p. Person
Apéro in der Halle ab 18 Uhr