Sonntag, 24. Mai 2009, 16:42 Uhr

‹Klang N°8›

Aussergewöhnliche Kammermusik – ausserhalb ausgetretener Pfade.

An Auffahrt treffen sich auf Schloss Wartegg zum achten Mal führende Schweizer und internationale InterpretInnen zu einem weitherum einzigartigen 4-tägigen Klang-Festival.

Ausserhalb ausgetretener Pfade werden aussergewöhnliche Kammermusik-Erlebnisse vermittelt, ohne musikalische Grenz-Ziehungen:

„Radikaler Klangzauber“, der aus barockem Filigran, freien Improvisationen, genialer Volksmusik oder authentischem Kinder-Musiktheater wächst.
Die InterpretInnen teilen diese lebens- und klangfreudige Empfindung ein Feuer, das ansteckend wirken kann, man nehme sich also in acht.

Verantwortlich für das Programm zeichnet der Basler Violinist Egidius Streiff, konzerterprobter Sologeiger in Konzertsälen bis zur Mongolei, Japan, China und Nordkorea.

Als markanter Name sticht dieses Jahr der Klangtüftler und Experimentator der elektrischen Gitarre Fred Frith hervor, der im Duo mit der Saxofonistin Co Streiff (SA) auftreten wird, und dessen Streichquartett mit Stimme die „kontinentale“ Uraufführung erlebt.

Das Volksmusik-Ensemble Kalandos bringt die crème de la crème des ungarischen „Volksmusik-Adels“ an den südlichen Bodensee, u.a. mit dem wohl grossartigsten Cymbalum-Spieler des Landes.

Dazu die Tänzerin Silvia Buol, die St. Galler Geigerin Rahel Cunz, und die sozusagen „einheimische“ koreanische Komponistin Mun Kyung mit ihrem Kindermusiktheater „Vogel Bulbul“.

Die sechs Anlässe mit assoziativen Namen, von Donnerstag bis Sonntag:

Violin Summit
(DO, 20h: Geigen-Soli-und Duette von Bach, Ysaye, Keller und Wohlhauser mit Rahel Cunz und Egidius Streiff).

A night at the opera
(FR, 20h: phänomenale Lieder und Instrumentalwerke von Charles Ives, und die Uraufführung von Fred Friths Streichquartett).

Escapades ein getanzes Stück Ton
(SA, 17h: Die Tänzerin Silvia Buol improvisiert mit Egidius Streiff, Violine, dazu ein vokales Werk von B. Karrer für Kornelia Bruggmann).

Co Streiff & Fred Frith
(SA, 19.30h: freie Klang-Improvisation auf Sax und E-Gitarre)

Kalandos Roma – amoR
(SA, 21.30h: Klang-sinnliche, authentische ungarische Volksmusik auf höchstem Niveau.)

Vogel Bulbul
(SO, 15h: Kindermusiktheater, mit kindergerecht poetischer Livemusik, komponiert von Mun Kyung).

Kurzfristige Programmänderung: Bettina Boller ist leider krankheitshalber verhindert, am Konzert violin summit vom Donnerstag zu spielen.

Programm als PDF

Donnerstag 21. 5. 2009, 20h
violin summit drei Schweizer GeigerInnen

Programm:

Jörg-Peter Mittmann (1962) selbdritt für drei Violinen (2008);
Auftrag für die Interpreten von musica aperta Winterthur

J. S. Bach (1685-1750) Partita E-Dur, Präludium (Egidius Streiff, Bettina Boller)

Eugene Ysaye (1858-1931): Sonate Nr. 2 Obsession (Rahel Cunz)

Joh. Seb. Bach Partita E-Dur, Loure, Gavotte (Bettina Boller, Egidius Streiff)

Balz Trümpy (1946) Intertwined Paths – 6 Stücke für Violine (2001/2002)

Paul Hindemith (1895-1963) Sonate für Violine allein, op. 31, No. 2 (Bettina Boller)

Joh. Seb. Bach Partita E-Dur, Menuet I und II (Bettina Boller, Rahel Cunz)

René Wohlhauser Uaufführung

Max E. Keller (1947) Nononono (1996)
Bourrée (Egidius Streiff)

Joh. Seb. Bach (1685-1750) Partita E-Dur, Gigue (Egidius Streiff, Rahel Cunz, Bettina Boller)

Szenische Kammermusik im Spannungsverhältnis zwischen Individualität und kollektiver Assimilation, wie es den Tutti-Streichern im Orchester durchaus vertraut ist. Die Musik entwickelt ein episodisches Geschehen, angesiedelt zwischen simultanem Agieren und Dissoziation () im wörtlichen Sinn eine musikalische Studie über die eigenartige Konstellation, der selbe und doch zu dritt zu sein. So Jörg-Peter Mittmann zu selbdritt.

Drei prägnante, eigenwillige VirtuosInnen, mit verschiedenem Temperament, Repertoire und Auftreten. Als roter Faden durch den Abend zieht sich zum ersten Bettina Bollers Bearbeitung von Bachs Partita: „Beim Unterrichten improvisiere ich gerne zweite Stimmen für meine SchülerInnen, v.a. um die in der Melodielinie meist fehlende Harmonik zu verdeutlichen. Dazwischen fallen Einwürfe nach Lust und Laune der drei InterpretInnen:

InterpretInnen:
Rahel Cunz gewann den Schweizer Jugendmusikwettbewerb sowie den Brahms Wettbewerb und erhielt Förderungspreise des Migros-Genossenschaftbundes und der Kultur-stiftung St.Gallen. Seit 1994 ist Rahel Cunz Konzertmeisterin im Orchester Musikkollegium Winterthur. Daneben als Solistin und in Ensembles, z.B. im Collegium Novum Zürich.
Bettina Boller konzertiert in den meisten Ländern Europas und in den USA, auch als Solistin in preisgekrönten Musikvisualisierungen von Adrian Marthaler. CD Einspielungen mit Violinkonzerten Schweizer Komponisten. Mitglied des Collegium Novum Zürich sowie Konzertmeisterin des Orchestre Philharmonique Suisse / ORPHIS. Bis vor kurzem Moderatorin der Kultursendung „Sternstunden“ des Schweizer Fernsehens.
Egidius Streiff ist leidenschaftlich Geiger. Tourneen um die ganze Welt, oft Richtung Osten. Aufnahmen für Radio und TV (u.a. CCTV 9 Direktübertragung des Konzerts von Wang Xi-Lin) Langjähriger Leiter des Ensemble Antipodes (ISCM ensemble in residence 2005/06). Gründer der Chuluun Foundation Ulan Bator für den kulturellen Austausch mit Zentralasien; Initiant von pyongyangklang.ch unter dem Patronat von BR Micheline Calmy-Rey. Er unterrichtet an der Musikakademie Basel.

Wir danken Max E.Keller für die Initialzündung und den selbstbewussten Titel.

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Freitag 22. 5. 2009, 20h

Programm:
A night at the opera? ein Cabaret.

Georg Antheil Violin Sonata no2
songs
Rainer Boesch Werk für Sopran, Geige und Klavier
songs
Bruno Karrer für Sopran
songs
Heidi Baader Nobs éscapades (2007 UA)
songs
Charles Ives Songs
songs
Charles Ives Streichquartett No. 2

Fred Frith Streichquartett (europäische Erstaufführung)

Georg Antheil ist hier durch seine meisterhafte zweite Sonaten vertreten, dazu Ives slapstickartigen, freche Lieder und sein aussergewöhnliches zweites Quartett, aber auch ganz neue Werke, die traumhaft schön über den Bodensee schweben: Fred Frith ein genialer Wanderer zwischen den musikalischen Welten, harmonisch faszinierend, klanglich radikal und immer ein Ereignis.

Interpreten:
Moritz Ernst studierte in Detmold, Basel und London und gilt als einer der aufsteigenden Stars der deutschen Musikszene. Durch sein grosses Interesse für ausgefallenes Repertoire und seiner Begeisterung für das Cembalo sind immer wieder neue Aspekte in seinem Spiel entdeckbar. Er lebt in Badenweiler.

Egidius Streiff siehe oben
Daniel Hauptmann, Violine
Mariana Doughty, Viola
Mika Hakhnazaryan, Violoncello

Kornelia Bruggmann
wer
leibt
liebt
lebt
übt
kocht
putzt
schimpft
schwingt
klingt
singt
?
KORNELIA BRUGGMANN
Mutter
Geliebte
Sängerin

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Samstag 23.5. 2009

Konzert N°1: 17.15h 17.45
Escapades ein getanztes Stück Ton

Inspiriert vom kühn geschwungenen Treppenhaus von Schloss Wartegg setzen Egidius Streiff, Violine, und Silvia Buol, Tanz, den Raum in tönende Bewegung: Eine kurze Einstimmung zur Jahresversammlung des Kulturvereins Schloss Wartegg.
Interpreten:
Egidius Streiff siehe oben.
Silvia Buol, Tänzerin und Choreografin, vorwiegend im Dialog mit architektonisch ausgewählten Orten, mit bildender Kunst und KünstlerInnen, mit MusikerInnen und mit andern TänzerInnen. Publikation: raum zeit tanz. Silvia Buol. Performances 1997 – 2002. Quart Verlag Luzern, 2002

Konzert N°2 19.30-20.30
Fred Frith & Co Streiff

DAS Ereignis im Festival Klang No8! – Klang und Klang-Sinn pur!

Lesen Sie nach unter fredfrith und
costreiff

Konzert N°3: 21.30
Kalandos Roma amoR Volksmusik als Abenteuer!

Kalandos: Die meisten unter uns denken bei ungarischer Volksmusik sofort an Zigeunermusik. Das ist soweit richtig, denn die ungarischen Musiker der Roma haben vor vielen Jahren die ursprüngliche ungarische Volksmusik für sich entdeckt und einem breiten Publikum zugänglich gemacht (ähnlich wie spanische Zigeuner den Flamenco verbreiteten). Diese wunderbare Volksmusik hat sich im Laufe der Jahrzehnte jedoch stets weiter entwickelt. Somit ist es besonders spannend im Programm Roma amoR, berühmte traditionelle Titel teilweise in neuem Gewand zu hören.
Wenn ein Nicht-Zigeunermusiker eine Ungarische Kapelle gründet und diese sogar selber als Primás leitet, kann dieses Unterfangen ohne weiteres als abenteuerlich bezeichnet werden. Genau dies geschah als der Niederländische Geiger Karel Boeschoten im Frühling 2002 das Ensemble Kalandos (= abenteuerlich auf Ungarisch) gründete.
Boeschoten, der in vielen unterschiedlichen Musikrichtungen zuhause ist, liebt und spielt die Volksmusik aus Ungarn seit seiner Jugend. Alle weiteren Mitglieder stammen aus Budapest und sind ungarische Zigeuner (Roma). Diese Musiker traten weltweit mit dem berühmten Zigeunerensemble Rajkó auf. Karel Boeschoten und János Rigó musizierten (zusammen mit Stephan Eicher) mit großem Erfolg am Jazz Festival Montreux. Dieses Duo wird jetzt ergänzt durch István Farkas, Dezsö Oláh und Tivadar Mohácsi. Weitere Auftritte vom Kalandos Ensemble: Davos Festival, Boswiler Sommer, Flims Klang 03, Rüttihubeliade 06/07, Teatro Dimitri, Moods Zürich, Serenaden im Park (Zürich), Kaisersaal Ottobeuren sowie Konzerte in Ungarn, Frankreich und Deutschland.
Karel Boeschoten hat für das Programm Roma amoR Titel ausgewählt, welche die ungarische Volks- und Zigeunermusik in ihren unterschiedlichsten Erscheinungsformen zeigen. Eine charakteristische Form der ungarischen Volksmusik sind die zu Gruppen zusammengestellten Ungarischen Lieder (Nóta) mit Tänzen (Csárdás) und zum Abschluss ein schnelles virtuoses Finale (friss Csárdás). Weiter im Programm finden sich ungarische Zigeunerromanzen, Werbungstänze und Ausflüge in die Welt der rumänischen Volksmusik.
Das Programm Roma amoR ist im September 2007 als CD beim Label Solo Musica (München) erschienen.

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Sonntag 24.5. 2009

Kinder-Musiktheater: 15.00h
Vogel Bulbul
Musikalisches Mundartmärchen für Kinder ab 6 Jahren

Ein Musiktheater für Frauenstimme, Saxofon, Schlagzeug und Erzählerin.

Mit: Alfred Achberger (Schlagzeug), Caroline Capiaghi (Erzählerin), Fabio-Pablo Müller (Saxofon), Ingrid Zumtobel-Amann (Mezzosopran),

Mun Kyung hat eigens die Musik zum Märchen komponiert. Das Märchen aus 1001 wurde von Caroline Capiaghi bearbeitet und in Mundart übertragen.

Die eifersüchtigen Schwestern der jungen Königin werfen ihre drei Kinder in einem Korb in den Bach. Der Palastgärtner findet die drei und zieht sie mit seiner Frau mit viel Liebe auf. Im Jugendalter suchen die drei Geschwister voller Mut und Tatendrang nach drei Wundern einem sprechenden Vogel, dem singenden Baum und dem goldenen Wasser. Vor allem aber sind sie auf der Suche nach ihren leiblichen Eltern.