Sonntag, 26. September 2004, 19:30 Uhr

absolut trio.

Schubert und Schönberg.

Das absolut trio wurde anfangs Jahr von Bettina Boller, der bekannten Violinistin und Moderatorin der „Sternstunden“ auf SF DRS, zusammen mit Imke Frank, Violoncello und Stefka Perifanova, Klavier gegründet. Die Technische Virtuosität und „Virtuosität“ kann durch ihre Biografien erwartet werden. Was aber alle drei Musikerinnen auszeichnet, ist ihr völlig eigenständiges Interpretationsverständnis und die ausgeprägte Intensität im Zusammenspiel.
„Grossem Schubert“ (Notturno Es-Dur und Trio B-Dur) steht eine Bearbeitung der „Verklärten Nacht“ von Schönberg gegenüber. Farben, Dichte und Schönheit in ihrer zeitgebundenen Gestalt Kammermusik, tief und berührend intensiv.

Programm

Franz Schubert (1797-1828)
Notturno Es-dur D 897

Arnold Schönberg (1874-1951)
Verklärte Nacht op. 4 (bearbeitet für Klaviertrio von Eduard Steuermann)

Pause

Franz Schubert (1797-1828)
Trio B-dur D 898
– Allegro moderato
– Andante un poco mosso
– Scherzo: Allegro
– Rondo: Allegro vivace

Bettina Boller hat sich seit ihrer Kindheit als eigenwillige und ausdrucksstarke Musikerpersönlichkeit profiliert. Ihre Ausbildung absolvierte sie bei Ulrich Lehmann in Bern/Schweiz (Solistendiplom mit Auszeichnung) und bei ltzhak Perlman und Masao Kavasaki in New York. Mit ihrer überlegenen und leidenschaftlichen Spielkunst spricht sie ein grosses Publikum an und ist zu einer international erfolgreichen Künstlerin geworden. Als Solistin konzertierte sie in den meisten europäischen Ländern und in den USA (u.a. am Centennial der Carnegie Hall NYC), ebenso mit Solorezitals und Kammermusik. Europäischen und amerikanischen Fernseh-zuschauern ist sie zudem als Solistin in preisgekrönten Musikvisualisierungen (u.a. Mozart-Violinkonzerte) des Regisseurs Adrian Marthaler bekannt.

Bettina Boller hat sich auch mit ihrem Einsatz für die Musik des 20. Jahrhunderts einen Namen gemacht und Schweizer Werke zu internationaler Beachtung geführt (u.a. Einspielung der Violinkonzerte Schoeck, Suter, Vogel). Von 1986 bis 1988 war sie Mitglied und Teilzeitkonzertmeisterin in der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen (vormals Frankfurt). Sie ist Mitbegründerin und Konzertmeisterin des „Orphis“ Orchestre Philharmonique Suisse, welches jährlich mit in- und ausländischen Musikern unter einem renommierten Gastdirigenten symphonische Werke des vergangenen Jahrhunderts zur Aufführung bringt (regelmässige Festivaleinladungen nach Luzern, Davos und Montreux sowie mehrfach ausgezeichnete CD-Einspielungen). Zudem ist sie Mitglied im Collegium Novum Zürich, einem Solistenensemble, welches sich vorwiegend zeitgenössischer Musik widmet. Zur Vielseitigkeit von Bettina Boller gehören ihre musikalische Unabhängigkeit – welche auch mal die Nähe zur leichten Muse oder zum Jazz zulassen kann – , ihre aussergewöhnliche Vermittlungskraft als Pädagogin, ihr gefragtes Wort in Radiodiskussionen zu Musikaufnahmen, ihre Berufungen zur künstlerischen Leiterin von Konzertzyklen und ihre Tätigkeit als Gastgeberin in einer wöchentlichen Kultursendung des Schweizer Fernsehens (Sternstunde Religion, Philosophie und Kunst).
Für Bettina Boller ist Musik Sprache, der sie sich kompromisslos hingibt und am liebsten „live“ Ausdruck verleiht: als totales, unmittelbares und einmaliges Erlebnis für Zuhörer, stets intensiv und zwingend das Spiel, ob nun virtuos, leidenschaftlich, draufgängerisch, verinnerlicht oder sakral.

Imke Frank, in Stuttgart geboren, begann siebenjährig mit dem Cellounterricht. Nach ersten Auszeichnungen entdeckte Boris Pergamenschikow ihr Talent und holte sie in seine Meisterklasse nach Köln. Später studierte sie bei Heinrich Schiff und Thomas Demenga in Basel und schloss dort mit dem Solistendiplom ihr Studium ab.
Ein einjähriges Stipendium für die „cité des arts“ in Paris ermöglichten der Cellistin Studien bei David Simpson (Barockcello).
Mit Preisen ausgezeichnet wurde die Cellistin unter anderem beim internationalen Wettbewerb „Vittorio Gui“ in Florenz und dem „Festival des jeunes solistes“ in Bordeaux; Im Frühjahr 2000 gewann Imke Frank in der Kategorie Solisten den Nicati – Wettbewerb für zeitgenössische Musik. Für 2002 wurde ihr ein Stipendium im Künstlerhaus Lukas in Ahrenshoop zugesprochen.
Imke Frank konzertiert als Solistin mit nahmhaften Sinfonieorchestern in Europa, den USA und Asien und wurde zu internationalen Musikfestivals ( Ludwigsburger
Schlossfestspiele, Oleg-Kagan Festival Kreuth, Händelfestspiele Halle, Festival Delft und Schleswig – Holstein – Festival ) eingeladen.
Auch als Cellistin des von Isabelle van Keulen gegründeten ISOS -Quartett (eine CD mit Werken von Max Bruch liegt vor) und langjährige Solocellistin der Camerata Bern hat sie sich im Bereich des traditionellen Konzertbetriebs einen Namen gemacht .
Das besondere Interesse der vielseitigen Interpretin gilt der zeitgenössischen Musik und der Improvisation. Zahlreiche Solo-Recitals sowie Improvisationen für Filmmusiken und eine 1999 erschienene Solo CD mit Werken von Holliger, Ligeti, Demenga, Berio und Bach dokumentieren diese Arbeit. KomponistInnen wie A.Hölzky, R.Gubler, R.Kelterborn , Fabian Neuhaus und andere widmeten der Cellistin ihre Kompositionen. Imke Frank gründete das Duo „Intercommunikatione“ und das Streicher-Ensemble „KOTTOS“.
In dieser Saison wurde Imke Franks Interpretation des Dutilleux Konzerts enthusiastisch gefeiert, ebenso die Aufführung der Cellowerke von Thomas Larcher in Innsbruck.
Zu hören werden noch zu sein: u.a. das 2.Konzert von Schostakovich, Zimmermanns canto di speranza, die Suiten von Bach und neue Solowerke in Basel, München, Feldkirch, Stuttgart, Hongkong, Peking und Odessa. Ebenso stehen Kammermusikkonzerte u.a. mit Bettina Boller, Christine Busch, Patricia Kopatchinskaja und Martina Schucan auf dem Programm.
Imke Frank ist seit 2001 Professorin am Konservatorium /Hochschule Feldkirch (A).

Stefka Perifanova wurde in Plovdiv (Bulgarien) geboren. Mit fünf Jahren begann sie mit dem Klavierspiel. Nachdem sie in ihrer Geburtsstadt das Musikgymnasium abgeschlossen hatte, wurde sie an der internationalen Musikakademie von Sofia aufgenommen, wo sie bei den Professoren Julia und Konstantin Ganev (Schülern von Neuhaus) das Studium mit Diplom glanzvoll abschloss. 1993 erhielt Stefka Perifánova Cyrilllus und Mehodius, das begehrteste bulgarische Stipendium, welches ihr eine Weiterbildung in der Schweiz bei Rudolf Buchbinder (Konzertreife), Gérard Wyss (Kammermusik und Liedbegleitung) und Bruno Canino (Solistendiplom) ermöglichte. Stefka Perifánova ist mehrfache Preisträgerin: Obretenov (1982) und Nenov (1993) in Bulgarien, Concorso Internazionale Giovani Pianisti Città di Senigallia (1984) in Italien, Internationaler Pianist/innen Wettbewerb (1994) und Piano 80 (1995) in der Schweiz. 1996 gewann sie den Internationalen Klavierwettbewerb Cidade de Porto (Mitglied der Fédération Mondiale des Concours Internationaux de Musique). Zu Stefka Perifánovas Aktivitäten gehören Radio- und Fernsehaufnahmen, sowie eine intensive Konzerttätigkeit in ganz Europa, Russland, Lateinamerika und den USA.
Sie ist Dozentin für Korrepetition an der Musikhochschule Winterthur