Sonntag, 28. August 2005, 23:59 Uhr

‹now and then› Purcell, Bach, Guy, und Improvisationen.

Die Freitagsakademie mit Barry Guy

Die Freitagsakademie wurde 1993 in Bern gegründet, und nimmt eine alte Tradition des Musizierens in teils fester, teils freier Besetzung auf. Sie widmet sich mit Vorliebe der Musik des 17. und 18. Jhdts, mit historischen Instrumenten und in authentischer Spielweise.
Sie besteht im Kern aus
Katharina Maria Suske, Oboe, Jörg Fiedler, Flöte, Bernhard Maurer, Violoncello, und Jörg-Andreas Bötticher, Cembalo.
Das Ensemble arbeitet neu mit dem international anerkannten Musikerpaar Maya Homburger, Violine und der „Jazz-Legende Barry Guy„, Kontrabass, zusammen. Guy ist Komponist, Gründer des legendären „London Jazz Composers Orchestra“ und „barocker“ Kontrabassist!
Dieses Konzert ist dem Begriff „Freiheit der Klangrede“ gewidmet, der überraschend belebte Brücken zwischen verschiedenen Epochen zu bauen vermag: Barock-Kompositionen (Bach Konzerte BWV 1057 und 1060, Purcell Ouverture, Chaconne und Ground), neue Kompositionen (von Barry Guy) und freie Improvisationen. Für Höhenflüge und Artistik auch der leiseren Art ist also gesorgt. Ein in dieser Art einmaliges Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

Programm now and then

Präsentiert wird Barockmusik von Johann Sebastian Bach und Henry Purcell zusammen mit Werken des zeitgenössischen Komponisten Barry Guy und freien Improvisationen.
Phrasierungen, Texturen und Farben der instrumentalen Barockmusik werden auch in Guys Kompositionen, die für Alte Instrumente geschrieben sind, und in den Improvisationen verwendet. So begegnen sich in diesem Programm verschiedene Extreme des musikalischen Ausdrucks, wie auch des Umgangs mit Strukturen.

J.S. Bach (1687-1750) :Konzert BWV 1057 in F-Dur (2 Blockflöten, Cembalo, Streicher)

Henry Purcell (1659-1695):
Ouverture a 4 in d-moll (2 Violinen, Viola, Continuo)
Three Parts upon a Ground in D-Dur (3 Violinen, Continuo)

Barry Guy (geb. 1947): Inachis für Violine solo

Pause

Barry Guy: Bubblets für Violine und Cembalo

Henry Purcell: Chaconne in g-moll (2 Violinen, Viola, Violoncello, Kontrabass)

Barry Guy: Celebration für Violine solo und improvisierende Oboe

J.S. Bach: Konzert BWV 1060 in c-moll für Oboe u. Violine und Streicher

Die Freitagsakademie:
Katharina Suske, Blockflöte/ Barockoboe
Maya Homburger, Violine
Miguel Simarro, Violine
Ulrike Winkler, Violine und Blockflöte
Lorenz Hasler, Viola
Bernhard Maurer, Violoncello
Barry Guy, Kontrabass
Jörg-Andreas Bötticher, Cembalo

Das Ensemble Die Freitagsakademie wurde 1993 in Bern gegründet.
Der Name geht zurück auf eine der ersten Einrichtungen des bürgerlichen Musiklebens im Berlin des 18. Jahrhunderts, die 1738 von Johann Gottlieb Janitsch gegründeten Freitagsakademien: Bei diesen regelmässig im halböffentlichen oder privaten Rahmen stattfindenden Veranstaltungen traf sich die Berliner Gesellschaft zum gemeinsamen Musizieren. Die Freitagsakademien genossen einen ausgezeichneten Ruf und zogen viele Musiker unterschiedlichster Provenienz an.
Historische Instrumente und ein Studium der Musizierpraxis sowie der Spieltechniken dieser Epochen stellen eine selbstverständliche Basis des Musikverständnisses der auftretenden Freitagsakademie dar. Die historische Aufführungspraxis soll kein Selbstzweck sein, im Vordergrund steht die Idee, Geist und Herz der Musik früherer Zeiten wieder fühlbar und erlebbar zu machen.

Die Faszination Alter Musik beruht auf Klangrede, Bewegung und Variation. Noch im jungen Barock war diese Kenntnis sehr lebendig. Improvisation bereichert(e) und erweitert(e) das lebendige Verständnis der Kompositionen, und dient(e) ihm.
Die heutige authentische Aufführungspraxis hat dieses Wissen wieder geweckt und Raum geschaffen für äusserst befruchtende Begegnungen der Improvisations-Traditionen des Jazz, anderer Musik und v.a. des Barock.
Now and then bringt Klangrede und rhetorische Freiheit als Schlüsselbegriffe und zeigt neue Welten zwischen Barock, zeitgenössischer Komposition und Improvisation. Der Zuhörer ist eingeladen, sich zusammen mit den Musikern auf ein erweitertes Klang-Erleben einzulassen.